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BIOGRAPHIE



Joana Vasconcelos „ A Ilha dos amores“
Baltazar Torres „Daily Stories“

MAM RoomnumberOne: Ana Rito „Powerful Acrobat“

Eröffnung: 22.03.2007, 18:00-21:00 im Rahmen der Seilerstät te, Vienna
Ausstellungsdauer : 23.03.2007-26.03.2007

Joana Vasconcelos bedient sich der Massenware: Kitschobjekte und Volkskultur in Form von Häkel –
und Strickarbeiten fügt sie zusammen und schafft damit Objekte, deren Anspruch es einerseits ist mit
Hilfe der weltweiten Gültigkeit dieser Alltagsgegenstände die Kunst zu demokratisieren, andererseits aber
auch sozio-ökonomische Kritik am Konsumenten selbst zu üben. Vasconcelos bedient sich also des lowcults
um high-cult zu erzeugen. Häkeln als universelle Sprache, die man weltweit versteht – man häkelt
global gleich, nur die Farbgebung gibt Hinweis auf den kulturellen Kontext. Natürlich thematisiert
Vasconcelos somit auch die Rolle der Frau, trennt sich jedoch bewusst von der bloßen körperlichweiblichen
Interpretation Ihrer Arbeit ab, da dieser rein feministische Ansatz zu sehr einengt. Viel mehr
geht es darum, eine durch unsere Konsumgesellschaft scheinbar völlig homogenisierte, beinahe
ignorante globale Gesellschaft unter die Lupe zu nehmen und mit Hilfe von Konsumobjekten die
kulturellen Identitäten der verschiedenen Sozietäten zu unterstreichen. So ruft die erstmals auf der Bienale
in Venedig präsentierte Arbeit „A noiva“, ein Luster aus einer Vielzahl von OB Tampons, in Venedig
andere Reaktionen als in Istanbul hervor, in Europa traditionelle Gegenstände wie der
Doppelkerzenständer werden in Japan in vollkommen anderem Kontext gesehen, da Licht in japanischen
Häusern eine spezielle Rolle spielt. Massenware wie Plastikbesteck wird in der Arbeit „Black Independent
Heart“ aus seinem profanen Kontext genommen, lokal kulturell behaftete Häkeleien werden wie Muster,
mit denen gemalt wird, aneinandergereiht und weltweit gängige Kitschobjekte wie Keramiktiere damit
überzogen – low cult als high cult eben.
Baltazar Torres macht in seinen kleinformatigen Arbeiten soziale und politische Missstände zum
Thema. Die kleinen aus Holz und Blei erschaffenen Welten zeigen menschenunfreundliche urbane
Umgebungen, in denen der Mensch nur mehr als Rädchen des globalen Getriebes funktioniert. Auf
beinahe tragikomische Art und Weise thematisiert Baltazar Torres weltweite Probleme wie die
Umweltzerstörung, die imperialistische Haltung der USA sowie die zunehmende Verstädterung, die
unweigerlich widrigste Lebensumstände für den Menschen nach sich zieht und soziale Verarmung,
Kriminalität, und Isolation des Einzelnen nährt. Durch das kleine Format der Arbeiten wird der Betrachter
gezwungen nah heran zu gehen, genau hin zu sehen und sich mit dem Dargestellten intensiv zu
befassen. Die an den Hinterseiten der Arbeiten montierten Spiegel integrieren den Betrachter in die
Szenerie und halten dabei im wahrsten Sinne des Wortes den Spiegel vors Gesicht.
Die junge portugiesische Künstlerin Ana Rito, vom Magazin L+Arte zum Talent of the year 2006
gewählt, beschäftigt sich in ihren sehr körperlichen Video- und Textilarbeiten vor allem mit den
verschiedenen Wahrnehmungen weiblicher Positionen und bestimmten Frauenbildern.
(Mag. Ute Stadlbauer)
Für weitere Informationen oder Bildmaterial zur Ausstellung wenden Sie sich bitte direkt an die
Galerie: office@galerie-mam.com



Joana Vasconcelos „ A Ilha dos amores“
Baltazar Torres „Daily Stories“
MAM RoomnumberOne: Ana Rito „Powerful Acrobat“
Opening: 22.03.2007, 18:00-21:00 within Seilerstät te, Vienna
Duration: 23.03.2007-26.03.2007
Joana Vasconcelos avails herself on mass products: she joins everyday life goods, kitsch
objects and folk culture such as crochet works to create objects whose attempt is on one side
the democratization of art, but on the other side placing harsh critic on the current
consumption-society. Vasconcelos takes low-cult elements in order to produce high-cult art
pieces. Crochet works are the universal language being understood worldwide – only the
colouring refers to the cultural context the pieces belong to. Vasconcelos obviously treats
gender issues, but underlines that she does not agree with simple physical-feminine
interpretations of her work as straight feminist approaches are too restrictive. It’s more about
checking out on our apparently homogenous ignorant global consumer society and underlining
their hidden cultural identities by the conceptual repetition of consumption goods. The huge
piece „A noiva“, a luster made out of a multitude of OB Tampons, shown for first time at the
Venice Bienal in 2005, provokes different reactions being shown in Venice than in Istanbul.
There is for instance no use for traditional European double candlesticks in Japanese houses as
light plays a very special paper in Japan. Although those goods are available everywhere
provoking homogenisation of societies their local connotation is distinctive. Mass goods like
plastic cutlery suddenly appear sublime being arranged in her impressive work „Black
Independent Heart“, crochet works are being used as if they were patterns she strings together
and paints with in order to cover current kitsch animal pottery – in the end it’s the low-cult again
that supports the high-cult product.
Bal tazar Torres deals in his small-sized works with social and political grievances. Made of
wood and lead, these tiny worlds show harsh urban environments, in which the human being
works only as a small wheel in the global gear. In an almost tragicomical way Baltazar Torres
points out worldwide problems, such as environmental damage, the USA’s imperialistic position
as well as the increasing urbanisation, which entails inevitably awful living conditions for the
people and furthermore pauperisation, crime and isolation of the single individual. By reason of
the small dimensions the visitor is forced to step closer, gaze even more carefully and give more
attention to the scenery. The mirrors in the background involve the visitor accessorily in the
setting.
The young Portuguese Ana Rito, awarded “Talent of the Year 2006“ by the L+Arte magazine,
engages in her very figurative video- and textile- works with divers perceptions of female
positions and specific images of women.
(Mag. Ute Stadlbauer)
For further information and photographs please contact the gallery:
office@galerie-mam.com