Esther Stocker im Dialog mit: breadedEscalope, chmara.rosinke, Patrick Rampelotte, Klemens Schillinger

Der jüngste und letzte Dialog der Ausstellungsreihe Grenzdialoge konfrontiert die Künstlerin Esther Stocker mit Designerinnen und Designern ihrer Generation, und zeigt beispielhaft den postmodernen Austausch von Methoden und kreativen Strategien zwischen beiden gestalterischen Feldern.

Die Grenzüberschreitung der künstlerischen Bereiche ist eine der Moderne seit ihren Anfängen eingeschriebene Dynamik, mit der die Utopie einer Mensch, Natur, Gesellschaft und Technik einenden interdisziplinären Gestaltung verwirklicht werden sollte.

Von Seiten der Kunst hat die Auflösung der Gattungsgrenzen durch die Expansion der Malerei und Skulptur in den Raum, und die Duchamp`sche Erklärung der Gleichwertigkeit von Objekt und Skulptur, Grenzüberschreitungen hin Richtung Design geradezu provoziert. Stockers Ausstellungsbeitrag zeigt dieses Transitorische in geradezu didaktischer Klarheit. Damit steht sie stellvertrend für ein noch nicht ausreichend gewürdigtes Phänomen der jüngeren österreichischen Kunstgeschichte, mit einer von Walter Pichler bis Franz West, Heimo Zobernig, Peter Kogler, Gerwald Rockenschaub u. a. reichenden „Ahnenreihe“.

Auf der anderen Seite hat sich auf der Suche nach einer Bezeichnung für ein weitgehend unabhängiges Denken und Handeln zwischen den gestalterischen Disziplinen, ein spezifischer Designbegriff entwickelt, dessen Autonomieanspruch vor allem in einer Vielzahl freier (nicht beauftragter) und experimenteller Arbeiten zum Tragen kommt.

Die Ausstellung vermeidet bewusst jede Art von Grenzziehungen zwischen den Disziplinen, zeigt deshalb auch gezielt Arbeiten wie etwa KEIL der Designer von breadedEscalope, die weniger ein Möbel als eine fundamental bildhauerische Auseinandersetzung mit Lasten, Tragen und Materialästhetik sind.
(Edelbert Köb)
click to enlargeMusterzimmer
2016
Installation
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